Die Besiedelung von Isernhagen-S├╝d

Karte von 1781Die Kurhannoversche Landesaufnahme von 1781 und die folgenden Karten zeigen, dass zwischen Bothfeld und der Hohenhorster Bauerschaft  noch Anfang des letzten Jahrhunderts keine Bebauung  vorhanden war.

Zwar befand sich noch im 17. Jahrhundert dort, wo die ÔÇ×Pr├╝├čentrift“ ├╝ber die Wietze f├╝hrt die letzte von drei Isernh├Ąger Wasserm├╝hlen. Noch heute deutet die Flurbezeichnung ÔÇ×Deichwiesen“ auf die gro├čen Fl├Ąchen hin, die zum Stau der Wietze f├╝r das Betreiben der Wasserm├╝hle ben├Âtigt wurden.

Verlauf der L├╝neburger Landwehr um die D├Ârfer der Vogtei Bothfeld, der s├╝dliche Nachbar von Isernhagen. Nach der “Kurhannoverschen Landesaufnahme im 18. Jh. Blatt 16, Langenhagen 1781 (ver├Ąndert).

 

Karte von 1937Am Fasanenkrug verlief die Grenze vom Herzogtum Celle-L├╝neburg zum Kurf├╝rstentum Hannover. Das s├╝dlich gelegene Bothfeld war Grenzort und Zollort. Es gab bis Mitte des 19. Jhs. Noch 2 Zollstellen in Bothfeld, Zoll zu Bothfeld, vermutlich in N├Ąhe der Nikolai-Kirche im Kreuzungsbereich mehrerer Fernstra├čen, der ÔÇ×Tollenbrink“ und der Zoll bei der Pinkenburg. Mit Holz- und Hopfenh├Ąndlern und Bauern, die Ihr Vieh nach Hannover verkauften gab es beim Zoll in Bothfeld immer wieder ├ärger und Probleme.

Der Fasanenkrug

Sch├Ątzungsweise aus der Zeit um 1840 stammt der Fasanenkrug, der zun├Ąchst als Poststation und zum Pferdewechsel der Postgespanne in Richtung Celle diente und in der Preu├čischen Landesaufnahme von 1897 lediglich als Wirtshaus bezeichnet ist.

Fasanenkrug 1987Niemand wei├č mehr genau, wann daraus das bekannte Ausflugslokal geworden ist, das noch nach dem Krieg ein beliebtes Ausflugsziel f├╝r viele Hannoveraner gewesen ist und auch heute wieder mit seinem sch├Ânen Biergarten in der warmen Jahreszeit viele G├Ąste anzieht.

In der selben Karte ist n├Ârdlich davon ein einzelnes Geb├Ąude abgebildet und als ÔÇ×zu Isernhagen geh├Ârig“ bezeichnet. Eine Ortschaft Isernhagen S├╝d ist noch nicht zu erkennen. Allerdings ist die sp├Ątere ÔÇ×Pr├╝├čentrift“ schon eine Allee mit Apfelb├Ąumen.


Fasanenkrug 1987 vor dem Abriss
 

Beginn der Besiedelung

Der genaue Beginn der Besiedelung ist nur schwer nachzuvollziehen. Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Land auf dem der Ortsteil liegt, noch unbeackert. Es bestand aus Heidebruch, Wiesen, und Heidefl├Ąchen. Auch der heute noch vorhandene Eichenbestand d├╝rfte damals schon vorhanden gewesen sein.

Nach einen von Pastor Wecken 1949 aufgezeichneten  Bericht schilderte der damalige Kirchendiener der Kirche von Isernhagen, der Schneider Daps, wohnhaft neben der Kirche St. Marien, dass Isernhagen – S├╝d von der n├Ârdlichen Ortsseite her besiedelt worden ist. Er konnte sich erinnern, dass ca. um 1880 / 1890 das damals noch unbeackerte Land einfach mit einem Aufruf ÔÇ×Wer will was haben?, der nehme sich was, wie viel er will”, vergeben wurde. Es gab keinen Kaufpreis, es wurde einfach vergeben.Karte von 1920 mit Ziegelei

S├╝dlich des Wiesenbaches, am heutigen ÔÇ×Kahlendamm“ befand sich eine Ziegelei von deren Tonkuhlen die kleinen Seen am ÔÇ×Kahlendamm“ und an der Genossenschaftsschule stammen. Zu der Zeit, als die Ziegelei noch in Betrieb war, befanden sich in der N├Ąhe der Ziegelei die Wohnungen f├╝r die Ziegeleiarbeiter, die zum Teil aus dem Lipper-Land gekommen waren. Nach Beendigung des Ziegeleibetriebs f├╝llte sich die Tonkuhle mit Wasser und es entstand  ÔÇ×Schmidt’s Teich“, wie die Nachbarn den kleinen See nun nannten. Ein Paradies f├╝r Kinder. 1965 berichtet Herr Rohde , der im Kamp wohnte:

“Schmidt’s Teich“: ÔÇ×Noch 2 Bungalows“ sind hier zu vergeben, nat├╝rlich mit allem Wohnkomfort, mit eigenem Strand und eigener Wasserfl├Ąche. Das wird sicher sehr sch├Ân hier, bestimmt sch├Âner als jetzt, wo es, zugegeben, eine w├╝ste St├Ątte ist mit dem alten Haus, der Autowerkstatt dahinter und dem Abstellplatz f├╝r Schrottfahrzeuge. F├╝r uns ist es aber die Ziegelei, die hier betrieben wurde und die noch nicht lange stillgelegt war, als wir hierher zogen (1936).

Da, wo jetzt im ÔÇ×Echterngrund“ moderne Wohnh├Ąuser erbaut sind, standen die Brenn├Âfen, das Haus am Teich war das ÔÇ×Verwaltungsgeb├Ąude“ und den Ziegeleiweg entlang, der heute ÔÇ×Kahler Damm“ heisst, gingen die Gleise der Feldbahn ├╝ber die Burgwedelerstrasse hinweg in die Feldmark nach der neuen Tongrube, die heute ebenfalls ein kleiner See ist und der Schwedenteich genannt wird. Das ist alles beseitigt und das einzige, was heute noch an die Ziegelei erinnert, ist der Teich und das daneben stehende alte Haus, das nun auch abgerissen Schmidt'sTeich heutewerden soll. Es geh├Ârte dem Arbeiter Schmidt, der beim Bau unseres Hauses als im Jahr 1936 als Handlanger geholfen hat und in der Remise betreibt bis heute Herr Vollendorf eine Autowerkstatt. Der Teich dient vielfachen Zwecken. Im Sommer baden die Kinder darin, im Winter laufen sie Schlittschuh (unser Klaus hat es dort auch gelernt und ab und zu macht ein Lebensm├╝der in dem tiefen und kalten Wasser dem Erdenjammer ein Ende. Es war ein Idyll, ein etwas verwildertes und verkommenes, aber immerhin. Das wird nun alles anders, wenn erst die Luxusbungalows hier stehen. Dann werden die Trennungsz├Ąune bis ins Wasser gehen und es d├╝rfen im Winter nur mehr die Kinder der Anlieger hier Schlittschuh laufen. F├╝r die Leute, die dann hier wohnen, ist es ein Bauplatz wie jeder andere, den sie teuer genug bezahlen m├╝ssen, f├╝r uns aber wird es, wenn wir hier vorbeikommen, immer die alte Ziegelei und Schmidts Teich bleiben.


Vom Tonabbau zum SeefugiumHaus am See 1937 - sp├Ąter Schwedenheim

├ľstlich der ÔÇ×Pr├╝├čentrift“, in der Feldmark am ÔÇ×Kreuzk├Ąmpe“, wurde reichlich Ton abgebaut. Eine Feldbahn f├╝hrte hin├╝ber zur Ziegelei wo der Ton verarbeitet wurde. 1937 stellte die Ziegelei ihren Betrieb ein und die Kleinbahn verschwand. Aus der Tonkuhle wurde ein See, ein beliebtes Ausflugsziel der B├╝rger von Isernhagen und Isernhagen S├╝d. Besonders das am Seeufer gelegene Schwedenheim wurde als Ziel wegen der wohligen Atmosph├Ąre, dem guten Kuchen und der wechselnden Kunstausstellungen recht gerne besucht. Heute ist das Gel├Ąnde der ├ľffentlichkeit nicht mehr zug├Ąnglich, jedoch kann das dortige ÔÇ×Seefugium“ f├╝r private Veranstaltungen angemietet werden.

 

Seefugium, von vornSeefugium, Seeblick

 

 

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