Die Spange
zwischen Burgwedeler und Langenforther Straße

Seit Jahrzehnten setzt sich der Bürgerverein Isernhagen-Süd für den Bau der Querverbindung zwischen der Burgwedeler Straße und der Langenforther Straße ein.

Wir wollen damit erreichen, dass der Schleichverkehr durch den Straßenzug Große Heide - Am Fasanenbusch - Schäfertrift - An den Hilligenwöhren deutlich abnimmt. In vielen Gesprächen mit Politikern des Bezirks und der Stadt weisen wir immer wieder auf diese Möglichkeit hin.

Der aktuelle Flächennutzungsplan vom 26.11.2013 weist die ‘Spange’ eindeutig als Straße aus.

Flächennutzungsplan

Aus dem Archiv des Bürgervereins:

25.10.1974
In einem Brief vom 25.10.1974 des Stadtplanungsamtes an den Bürgerverein Isernhagen N.B. gab es den  Hinweis auf einen Ratsbeschluss, einen neuen Flächennutzungsplan aufzustellen. Darin ist unter "Verkehrs- und Straßenbahnplanung" - der zweigleisige Ausbau der Straßenbahn zum Fasanenkrug für den Südabschnitt der Burgwedeler Straße vorgesehen. Mit Rücksicht auf die Anlieger der Burgwedeler Straße zwischen Kurze-Kamp-Straße und Sutelstraße sollen die Straßenbahngleise herausgenommen und zur Langenforther Straße hin zu verschwenkt werden.

Wörtlich heißt es in diesem Schreiben weiter:
Alle diese Maßnahmen sollen nicht zuletzt für die Bürger des Ortsteiles Isernhagen (die Gebietsreform der Eingemeindung Isernhagen-Süd und dessen Trennung von der Gemeinde Isernhagen waren zu dem Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig) Verbesserungen in Form eines leistungsfähigeren und schnelleren Straßenbahnbetriebes unter weitgehender Ausschaltung von Störungseinflüssen erbringen.

Hieraus geht hervor, dass damals Schleichweg Probleme und überhaupt Probleme mit Kraftfahrzeug- verkehr noch nicht zur Debatte standen, sondern dass es in erster Linie um Anliegerschutz vor den Geräuschen der Straßenbahnen ging.

04.11.1998

Bis 1998 gibt es keine weiteren Vorgänge zu dem Spangenthema, erst in einem Brief des damaligen Vorstandsvorsitzenden Herrn Sanders vom 04.11.1998 an das Tiefbauamt geht Herr Sanders auf einvorausgegangenes Schreiben des Tiefbauamts auf dessen Hinweis ein, dass die Straße "An den Hilligenwöhren" eine wichtige stadtteilverbindende Funktion" habe, was dazu führe, dass an eine Verkehrsberuhigung (wohl für diese Straße und ihren gesamten weiteren Verlauf) vorerst nicht gedacht werde.

Hiergegen protestiert Herr Sanders in seinem oben angeführten Brief mit dem Argument: "obwohl mit dieser Funktion Straßenzüge belastet werden, die als 30 km/h Tempobeschränkungen ausgewiesen sind.

Es liegt auf der Hand, dass hierin ein Widerspruch liegt" und er fährt dann fort "Wir hatten schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das Verkehrskonzept zum Ausbau des Mittellandkanals davon ausgeht (damals ging es vorrangig um das Brückenkonzept im Zuge der Verbreiterung des Mittellandkanals), dass die Spange zwischen Burgwedeler und Langenforther Straße hergestellt wird. Und weiter: "Was nützen den Anliegern der belasteten Straßen Absichtserklärungen, wenn ernsthaft gar nicht daran gedacht wird, dieses wichtige und nun schon seit Jahrzehnten bestehende Projekt in die Tat umzusetzen und im Gegensatz dazu jetzt der Straße "An den Hilligenwöhren" auch noch 'stadtteilverbindende Funktion' zugemessen wird?

Herr Sanders geht dann noch auf die vom Bürgerverein im gleichen Frühjahr durchgeführte Meinungsumfrage bei den Anwohnern der Straßen "Große Heide" und "Am Fasanenbusch" ein, die das Ergebnis erbrachte, dass diese Anwohner zu einem sehr hohen Prozentsatz der Auffassung waren, dass es die Landeshauptstadt nicht allein bei der Anordnung einer Tempobeschränkung bewenden lassen könne, sondern die Pflicht habe, für die Einhaltung der Anordnung und ggf. weitere zu treffende Maßnahmen zu sorgen.

Allerdings konnten sich die Befragten seinerzeit nicht darüber einigen, welche der zur Diskussion gestellten Maßnahmen (das waren insbesondere punktuelle Aufpflasterungen durch so genannte  "Berliner Kissen") sie den Vorzug geben sollten.

28.04.2001
Das nächste Mal wird dann das Projekt Spange, in einem Brief des Bürgervereins an Bezirksbürgermeister Battefeld - vom 28.04.2001 - unter den "aktuellen Problemen des Jahres 2001" mit dem Satz erwähnt "Verwirklichung der seit mehr als 2 Jahrzehnten geplanten. Eckverbindung zwischen Burgwedeler und Langenforther Straße".

Anfang 2002
Anfang 2002 fand dann ein von der Stadt anberaumtes "Verkehrsforum" statt, bei dem der mit Untersuchungen beauftragte Experte Dr. Theine die Aussage machte, dass "zunächst die Bewährung des Ausbaus der Langenforther Straße - Sündernstraße abgewartet und dann 2004/2005 überprüft werden soll, welche Verbesserungen im östlich angrenzenden Bereich (Burgwedeler Straße - Sutelstraße) in Angriff genommen werden sollen."

19.01.2005
Dann ist in den Vereinsunterlagen wieder "Ruhe" bis zu einer Bezirksratssitzung am 19.01.2005, bei der die damalige Stadtbaurätin Bockhoff-Gries u. a. mitteilte: "Langfristig (kein Zeithorizont) ist die Verschwenkung noch immer vorgesehen - der Flächenbedarf dafür wird jedenfalls auch bei der Zukunftsgestaltung für neues Wohngebiet südlich (dies muss ein falscher Ausdruck sein, es war sicherlich "nördlich" gemeint) der Bischof-von-Ketteler-Straße berücksichtigt.

31.08.2011
Schließlich - und das ist die bisher letzte Information zu dem Uralt Thema - kam dann beim Auswertungsvortrag über das “Gesamtkonzept zur Verkehrssituation in Bothfeld" durch den untersuchenden Verkehrsingenieur Dr. Theine zum Schluss fast beiläufig zur Sprache, dass das ja wohl seit sehr langer Zeit schon diskutierte Thema "Spange" sich erledigt habe. Hierin werde kein Vorteil mehr gesehen.

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