Gro├čelterndienst f├╝r Isernhagen-S├╝d und Bothfeld

Zuneigung auf den ersten Blick

Von Sigrid Krings (Quelle: HAZ vom 15.11.2007)

Beatrice und Josephine jubeln: ÔÇ×Opa Bernie, Oma Karin!“ rufen die beiden M├Ądchen, l├Âsen sich von der Hand ihrer Mutter und rennen los, um kurz darauf in den weit ausgebreiteten Armen von Karin und Bernd Kalisch zu landen. Die Gro├čeltern strahlen. Die Mutter begr├╝├čt die beiden nicht weniger herzlich. Hier trifft sich eine Familie – k├Ânnte man denken. Doch der Eindruck t├Ąuscht. Es ist eine ÔÇ×Wunschfamilie“, zusammengew├╝rfelt aus Eltern, Kindern und einem ├Ąlteren Ehepaar, die sich erst seit Anfang Mai regelm├Ą├čig trifft.

ÔÇ×Wir haben unseren Opa vor einiger Zeit sehr pl├Âtzlich verloren und auch die Oma ist so krank, dass sie am Familienleben kaum mehr teilnehmen kann“, sagt Kerstin Behrendt, Mutter der zwei dreij├Ąhrigen M├Ądchen mit den lustigen Z├Âpfchen. Die Familie ihres Mannes lebe in Afrika und so fehle ihnen eine ganze Generation. Als Familie Behrendt dann von dem Projekt ÔÇ×Gro├čelterndienst der Region Bothfeld-Isernhagen-S├╝d“ der Kirchengemeinden St. Philippus, St. Nicolai, St. Nathanael und Heilig-Geist h├Ârte, stand der Entschluss schnell fest, sich dort zu bewerben.

Nach einigen Vorgespr├Ąchen mit den Koordinatorinnen des Projektes, Emma Hofferek und Hannelore Volkery, trafen sich die zwei Familien zum ersten Mal. ÔÇ×Anfangs hatten wir ein wenig Bedenken, da die Familie ja recht gro├č ist und wir nicht wussten, ob wir uns das zutrauen w├╝rden“, sagt die 64-j├Ąhrige Karin Kalisch. Denn schlie├člich haben die Behrendts au├čer den Zwillingen noch zwei weitere Kinder im Alter von zehn und 14 Jahren. Doch schon nach dem ersten Treffen stand fest, dass auf beiden Seiten so viel Sympathie und Vertrauen da war, dass das Vorhaben gelingen w├╝rde.

Seitdem kommen ÔÇ×Oma Karin“ und ÔÇ×Opa Bernie“, deren eigene Kinder und Enkel nicht in Hannover wohnen, jeden Dienstag, schnappen sich Beatrice und Josephine und ziehen mit ihnen los. Hin und wieder geht Bernd Kalisch auch mit auf den Fu├čballplatz. ÔÇ×Uns ist klar, dass das nicht eine Beziehung nur f├╝r ein paar Wochen oder Monate ist. Das ist richtig langfristig“, sagt der 66-J├Ąhrige l├Ąchelnd, w├Ąhrend er Beatrice die Jacke anzieht. Seine Frau k├╝mmert sich derweil um Josephine, die nat├╝rlich auch warm eingepackt werden m├Âchte.

Koordinatorin Emma Hofferek wei├č, dass sich Familien nicht immer so leicht finden und viel Gesp├╝r n├Âtig ist, die richtigen Menschen zusammenzubringen. Meistens gelingt es jedoch – und so konnten seit Beginn des Projektes Anfang dieses Jahres bereits zw├Âlf Wunschgro├čeltern vermittelt werden. Der Bedarf ist weiterhin gro├č. ÔÇ×Etliche junge Familien haben Interesse an dem Projekt bekundet, aber uns fehlen weitere Gro├čeltern“, sagt Hofferek. Nicht nur Paare, sondern auch viele Gro├čm├╝tter seien im Einsatz. Und nat├╝rlich seien auch Gro├čv├Ąter herzlich willkommen.

Wer sich im Gro├čelterndienst engagieren m├Âchte, kann sich an

  • die St.-Philippus-Gemeinde Isernhagen NB, Telefon 65 07 54,
  • die St.-Nathanael-Gemeinde, Telefon 65 12 29,
  • die St.-Nicolai-Gemeinde Bothfeld, Telefon 6 49 76 77, oder an
  • die Gemeinde Heilig-Geist, Telefon 65 21 01,

wenden.

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