Hagendörfer

Die Orte entstanden durch Rodungen in dem Waldgebiet in Form der Waldhufen. Für jeden Siedler wurde entlang eines Weges ein etwa gleich breiter Streifen Landes abgesteckt, den er nach beiden Seiten roden durfte um Ackerland und Weiden für sein Vieh zu gewinnen. Meist sah die Anlage so aus, dass vor dem Hof, im Vorfeld, das Ackerland lag, hinter dem Hof, auf dem Echterfeld, befanden sich Gärten, Wiesen und Weiden. Dort wo das Dorf endete, blieb der Wald zunächst für die gemeinsame Nutzung als Viehweide, die sogenannte Allmende, bestehen.

Hagenhufen waren handtuchartige, breite Streifen Landes, in welche die Flur der Hagendörfer aufgeteilt war. Jeder Hof lag auf seiner „Hufe“. Dadurch entstanden die großen lang gestreckten Reihendörfer der Hagenkolonisation.

Diese neuen Siedlungen mit ihren regelmäßigen Anlagen, angelegt nach einem festen Plan, stellten bei der Neugründung auch eine bevorzugte Rechtsform dar. Das Hagenrecht oder auch Hägerrecht genannt, stellte die Summe aller Sonderrechte dar, die eine Hagensiedlung genoss. Das Hagenrecht haftete als rein dingliches Recht an Grund und Boden und war an den Besitz des Hagengutes gebunden. Der Besitzer eines solchen Hagengutes wurde Häger genannt. Er hatte Abgaben an den Grundherrn zu leisten, den Hagenzins, als Entgelt für den Besitz des Hagengutes. Der Hagenherr war der eigentliche Grundherr, also Obereigentümer des Hagengutes und als solcher auch Gerichtsherr. Als solcher wurde er vom Landesherrn bestätigt.

Die Siedler hatten auf ihren Höfen freies Erbrecht. Nur dort, wo der Inhaber sich im ehelosen Stand befand, fiel nach dessen Tode das Grundstück wieder an den Grundherrn zurück, der dann für eine neue Besetzung sorgen musste.

Dies Hagendörfer besaßen ein eigenes Hagenrecht mit einem eigenen Hagengericht. Die Häger gehörten zur Hägergemeinschaft und damit unterstanden sie auch dem damit verbundenen Hägergericht. Vorsitzender dieses Hagengerichtes war der Hagenrichter, anfänglich als Vogt bezeichnet und vom Hagenherrn nach dessen Ermessen eingesetzt.

Später wurde er vom Grundherrn aus dem Kreise der Hagengenossen ausgewählt. Dieser erhielt dann die Bezeichnung Hagenmeister und war zur Ausstellung von Gerichtsurkunden berechtigt. Dieser Hagenmeister war dann nicht nur Vorsitzender des Gerichts sondern zugleich auch der für die Selbstverwaltung des Dorfes zuständige Bauermeister.

Die Eichenwälder an der Wietze im Bereich des heutigen Isernhagen-Süd lieferten besonders gute Nahrung. Folglich brachten die Bauern vom Dorf Isernhagen hierhin recht gerne ihre Schweine. Im Zuge der heutigen Straße von Isernhagen NB nach Isernhagen-Süd, wurden diese zur Weide getrieben. Daher wurde dieser Weg „Schweinetrift“ genannt.

Später, nach der Rodung ergaben sich in diesem Bereich gute Wiesen für die Höfe
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