Klein-Isernhagen

HausKleinschmidtErst im vergangenen Jahrhundert entstand im Wietzegel├Ąnde um die Pr├╝├čentrift der neue Ortsteil. Die Bebauung begann im Echterfeld der Gemarkung Isernhagen NB (Niedernh├Ągener Bauerschaft) bis zur ÔÇ×Gro├če Heide“, einer aus der einstigen Almende verbliebenen Bezeichnung f├╝r diesen Gel├Ąndeteil.

Zwischen 1924 und 1930 entstanden laufend neue H├Ąuser in ÔÇ×Klein-Isernhagen“, wie die Ortsbezeichnung f├╝r die Siedlung nun lautete.

Blick vom Haus Hochhut zur Pr├╝├čentrift
mit Haus Kleinschmidt und
dem Weg ÔÇ×Gro├če Heide“ (ca. 1940)

Lindenallee1940Auch der Blick ├╝ber die Pr├╝├čentrift hinweg in die Lindenallee von 1940 zeigte nur eine vereinzelte Bebauung.

Am Ende des Birkenweges lag damals noch einer der M├╝hlenteiche f├╝r die nicht mehr vorhandene Wasserm├╝hle. Diesen Teich nutzte auch die Religionsgemeinschaft der ÔÇ×Adventisten“ oder ÔÇ×Baptisten“, damals auch ÔÇ×Wiedert├Ąufer“ genannt,  f├╝r ihre Taufen. An der Wietze gab es auch sch├Âne, aber sehr feuchte Wiesen, die im Winter regelm├Ą├čig ├╝ber- schwemmt waren und das Schlittschuhlaufen bis nach Warmb├╝chen erm├Âglichten.

 

Waldeseck

Die Adventisten hatten ihre Gemeinde  in einer Villa, auf dem Gel├Ąnde des heutigen Waldeseck, das nach dem Krieg das Gemeinde- und Pastorenhaus der Philippusgemeinde wurde. Das alte Pastorenhaus wurde sp├Ąter nach Errichtung des neuen Gemeindezentrums mit Pfarrhaus abgerissen.

Hier in einem Saal des ÔÇ×Waldeseck“,  wurden dann die evangelischen Gottesdienste abgehalten und die Gemeinde- und Jugendarbeit durchgef├╝hrt. Danach wurde es Altenzentrum, das jetzt bereits wieder zu einem neuen modernerem Geb├Ąudekomplex umgebaut wurde und am 19. M├Ąrz 2004 feierlich seiner Bestimmung ├╝bergeben wurde.

In den Hausgemeinschaften Waldeseck wird seitdem in 60 gro├čz├╝gig eingerichteten Einzelzimmern pflege- und betreu- ungsbed├╝rftige Menschen eine Alternative zu konventionellen Einrichtungen geboten. Mit dem ÔÇ×Hausgemeinschafts- konzept“ realisiert das Diakonische Werk – Stadtverband f├╝r Innere Mission - Hannover e.V. einen neuen Ansatz in der Versorgung dieser ├Ąlteren Menschen.

Industriebetriebe

Industrie gab es auch. Am Anfang des bereits mit Linden bepflanzten Kohleaschenweges, der Lindenallee, war eine Bracke mit einer Br├╝hw├╝rfelfabrik. Direkt anschlie├čend an diese Baracke stand eine ganz moderne Champignonzucht- plantage der Burgdorfer Konservenfabrik, zu der jeden Tag der frische Mist von der hannoverschen Artillerie- und Kavalleriekaserne angefahren wurde. Nach dieser Champignonplantage hie├č die dortige Haltestelle der Linie 17 ÔÇ×Pilzplantage“. Auf diesem Gel├Ąnde wurde sp├Ąter die erste Poststelle in Klein Isernhagen errichtet.

Das st├Ądtische Kinderheim

Auf dem Grundst├╝ck gegen├╝ber dem heutigen ÔÇ×Welfenhof“, auf dem sich jetzt eine luxuri├Âse kleine Siedlung in den alten Baumbestand mit eigenwilliger moderner Architektur geschoben hat, befand sich in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine Filzstumpenfabrik, sp├Ąter ein st├Ądtisches Kinderheim.

Der Heidebrink

An der rechten Stra├čenseite der Pr├╝├čentrift stand gleich hinter der Ortsgrenze schon das kleine Haus, an dem sich heute eine Tankstelle befindet. Daneben lag damals der Heidebrink. Aus einer Obstplantage mit Obstweinausschank hatte damals die Familie Drechsler ein Ausflugsrestaurant gemacht.

F├╝r die Bewohner von ÔÇ×Klein-Isernhagen“ entwickelte sich diese Gast- st├Ątte zum Dorfgasthaus, zum Mittelpunkt des Ortes. Hier trafen sich Jung und Alt. Der Wirt Karl Drechsler, nach dem ein Weg in Isern- hagen-S├╝d benannt ist, gr├╝ndete hier nach dem Krieg mit Gleich- gesinnten den Heimatbund. Hier ├╝bte die Volkstanzgruppe, Versamm- lungen fanden statt und j├Ąhrlicher H├Âhepunkt war das Heimatbundfest im ÔÇ×Heidebrinkgarten“, bei dem damals sogar Herzogin Victoria-Luise von Braunschweig und L├╝neburg und der damalige Ministerpr├Ąsident von Niedersachsen, Hinrich Kopf stets gern gesehene G├Ąste waren.

Heidschnuckenessen02

Heidschnuckenessen des Heimatbundes
im Heidebrink mit dem nieders├Ąchsischen
Ministerpr├Ąsidenten Hinrich Kopf
 

Die Siedlung w├Ąchst

Luftbild von Isernhagen-S├╝d

Erweiterungen des Ortes

Nachdem die meisten Baupl├Ątze um den Fasanenbusch bebaut waren, wuchsen am Birkenweg und am W├Ąldchen die H├Ąuser, auch um die ehemalige Ziegelei entstanden neue H├Ąuser, kurz Klein-Isernhagen wurde mit seinem sch├Ânen, parkartigem Gr├╝n als Stadtrandsiedlungsgebiet entdeckt. Immer dichter wurde die Bebauung, die Grundst├╝ckspreise stiegen.

Der Bedeutung der deutlich gr├Â├čer gewordenen Siedlung wurde mit dem Namen Isernhagen NB-S├╝d Rechnung getragen. Die Bewohner f├╝hlten sich voll zum ÔÇ×Dorf“ zugeh├Ârig und wollten auch bei einer f├╝r die Gebietsreform 1974 durchgef├╝hrten Befragung nicht zur Stadt Hannover, sondern beim ÔÇ×Dorf“ bleiben. Dennoch wurde bei der Verwaltungs- und Gebietsreform am 01. M├Ąrz 1974 bei dem Zusammenschlu├č der bis dahin selbst├Ąndigen Gemeinden Altwarmb├╝chen, Kirchhorst und Neuwarmb├╝chen mit den vier Isernhagen-D├Ârfern der Ortsteil Isernhagen NB S├╝d ausgegliedert und der Stadt Hannover zugeschlagen.

Weit zur├╝ck liegen seitdem die Tage, wo noch jeder jeden kannte und man sich im Heidebrink zu Volkstanz und Vergn├╝gen traf und heimisches Brauchtum pflegte.  Heute ist Isernhagen-S├╝d ein begehrtes Wohngebiet. Zwar ist der Stadtteil nach wie vor eine Stadtrandsiedlung im Gr├╝nen aber die Anonymit├Ąt der Stadt greift auch auf dieses Wohngebiet ├╝ber, die Bewohner ziehen sich mehr und mehr hinter hohe Mauern, automatisch schlie├čende Garagentore oder hohe lebendige, undurchsichtige Umz├Ąunungen zur├╝ck.

Hausbau Sch├Ąfertrift

Nach dem Krieg fing die Siedlung weiter an zu wachsen. Begonnen hat es wohl damit dass sich in der gro├čen Heide – mitten im Wald – drei K├╝nstler ansiedelten, bei alten Einwohnern immer noch das ÔÇ×K├╝nstlerviertel“ genannt. Andere Familien bauten sich hier auf Pachtgel├Ąnde ihr Behelfsheim. Die Steine dazu durften aus den Tr├╝mmern von Hannover herbeigeschafft werden, m├╝hsam im Handwagen versteht sich.

Auf einem Teil des ehemaligen Truppen├╝bungsplatzes entstand eine Siedlung von 50 Einfamilienh├Ąusern, die staatlich gef├Ârdert wurden, f├╝r Beamte und Angestellte des Landes Niedersachsen.

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