Altenheim soll Wohnhäusern weichen

Von Christian Link (Quelle: HAZ, Stadt-Anzeiger Ost, 23.02.2012, Seite 1)

Seit 2004 stand die Seniorenanlage des Diakonischen Werkes an der Prüßentrift leer, ein Käufer war nicht zu finden. Nun will die Stadt den Bebauungsplan ändern und dort Eigenheime zulassen – ein Investor steht schon bereit.

Jahrelang hatte das Diakonische Werk Hannover jemanden gesucht, der ihr das größtenteils leer stehende Altenheim in Isernhagen-Süd abkauft. Doch es fand sich niemand, denn das Grundstück hat einen Haken: Das Gelände darf nach dem derzeitigen Planvorschriften nur für eine Senioreneinrichtung genutzt werden. Die bestehenden Gebäude sind aber vollkommen veraltet, außerdem gibt es keinen Bedarf für ein weiteres Altenheim im Stadtteil.

Die Stadt will den Bebauungsplan nun ändern und den Bau von Wohnhäusern zulassen – einen Investor gibt es bereits. Stadtplaner Uwe Holland stellte in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide den aktuellen Stand der Planungen für das Grundstück Nummer 64 an der Prüßentrift vor.

Das Diakonische Werk hatte das Altenheim bis 2004 betrieben, dann gab es den größten Teil des mehrteiligen Gebäudekomplexes auf. Genutzt wurde nur noch ein Neubau im südlichen Teil des Geländes. Dort entstanden die Hausgemeinschaften Waldeseck. In diesen bietet das Diakonische Werk 60 Einzelzimmer nach dem Hausgemeinschaftsmodell an. Statt einer konventionellen Pflegeeinrichtung setzt die Diakonie dort auf Wohngruppen mit jeweils zehn Bewohnern, die eine häusliche Gemeinschaft bilden.

Für die Hausanlage im nördlichen Teil gibt es seitdem keine Verwendung mehr. Im August 2011 habe sich dann ein Kaufinteressenten gemeldet, berichtet Stadtplaner Holland. Der Investor möchte an der Prüßentrift allerdings Wohnhäuser errichten. Das Grundstück hat er mittlerweile erworben.

Der Investor will die bestehenden Gebäude abreißen und an deren Stelle eine Eigentumswohnanlage errichten. Das Wohnbauprojekt sieht jeweils fünf Wohnungen in drei Gebäuden vor, die auf einer Tiefgarage stehen. Die obersten Geschosse sollen wie ein Penthaus mit Dachterrassen gestaltet werden. Die maximal zulässige Höhe der Gebäude will die Stadt auf zehn Meter Höhe begrenzen. „Es gibt an der Straße Alte Heide eine Wohnanlage, die für das Projekt Pate gestanden hat“, sagt Holland.

Die Stadtverwaltung will nun die planungsrechtliche Grundlage für die neue Bebauung schaffen. Sie sieht keine Alternative für das Planverfahren. Es sei erforderlich, um eine städtebauliche Entwicklung zu ermöglichen, die dem Standort angemessen ist. Nur so könne ein weiterer Leerstand und ein „Brachfallen“ des Grundstücks verhindert werden. Der Bezirksrat stimmte dem neuen Bebauungsplan einmütig zu.

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