Abschrift aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 12.05.2011, Stadt-Anzeiger Ost (vLandschaftsschutzgebieton Christian Link)

Wer in den Wäldchen Metzhof, Laher Wald oder Alte Wietze unterwegs ist, der kann die neuen Hinweisschilder mit der Eule in der Mitte nicht übersehen. Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hat in den vergangenen Tagen etliche solcher Tafeln in Bothfeld, Lahe und Isernhagen-Süd aufgestellt und die Wälder damit als „geschützte Landschaftsbestandteile“ (GLB) ausgewiesen. Seither gelten dort strengere Verhaltensregeln für Spaziergänger, um die Pflanzen- und Tiere besser zu schützen. Die Eule auf den Tafeln markierte in der DDR Naturschutzgebiete; seit der Wiedervereinigung hat sich das Symbol mit dem nachtaktiven Vogel auch im Westen durchgesetzt und den Adler von den Schildern verdrängt.

Die drei neu ausgewiesenen Schutzgebiete im Osten Hannovers haben zusammen eine Fläche von rund 20 Hektar und sind damit insgesamt etwas kleiner als der Zoo Hannover mit seinen 22 Hektar. Dabei ist das Wäldchen Alte Wietze mit 0,8 Hektar entlang des alten Arms der Wietze in Isernhagen-Süd das kleinste Gebiet. Die parkartige Erholungsfläche Metzhof umfasst 3,4 Hektar und liegt nördlich der Stadtbahnhaltestelle Bothfeld. Die Wald- und Wiesenfläche Laher Wald / Laher Teich befindet sich nordöstlich des Stadtfriedhofs Lahe und ist 15,9 Hektar groß. Um der Öffentlichkeit die neuen hannoverschen Schutzgebiete vorzustellen – auch in anderen Stadtteilen wurden einige gekennzeichnet –, griff Umweltdezernent Hans Mönninghoff in der vergangenen Woche persönlich zum Schraubenschlüssel und brachte an einem der Zugänge zum Waldstück Limmer Brunnen ein Hinweisschild an.

Gewöhnlich schreibt das Niedersächsische Waldgesetz vor, wie sich Spaziergänger in der freien Landschaft zu verhalten haben. Für jeden geschützten Landschaftsbestandteil gilt darüber hinaus eine eigene Satzung, die weitere Aktivitäten verbietet. Demnach ist es in allen GLB verboten, Bäume, Sträucher oder Pflanzen zu entfernen oder zu beschädigen. Auch die dort lebenden Tiere dürfen nicht gestört werden. Das Abladen von Müll steht unter Strafe, ebenso wie offenes Feuer. Untersagt ist es zudem, Hunde, Katzen und andere Haustiere frei herumlaufen zu lassen.

Antje Brink, stellvertretende Bereichsleiterin für Forsten, Landschaftsräume und Naturschutz im städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, verweist darauf, dass die Stadt die Einhaltung der Verbote allerdings nicht permanent überwachen könne. „Wenn wir entsprechende Hinweise bekommen, schicken wir aber einen Parkranger vorbei“, sagt sie. Wie Landschaftplaner Ulrich Schmersow vom Fachbereich Umwelt ergänzt, hätten Ordnungswidrigkeiten zuvor nur von der Region – die die Einhaltung des Waldgesetztes überwacht – geahndet werden können. Durch die Ausweisung als GLB kann nun auch die Stadt Bußgelder verhängen.

Die Kosten, die der Stadt durch die Ausweisung der Schutzgebiete entstehen, sind überschaubar. Rund 80 Euro kostet ein Hinweisschild; in den drei GLB im Osten Hannovers wurden 15 Schilder aufgestellt. Weitere 20 kommen für neu ausgewiesene Schutzgebiete im Westen der Stadt hinzu. Zusammengenommen umfassen alle geschützten Landschaftsbestandteile im Stadtgebiet etwa 48 Hektar. Damit steht etwa ein Fünftel der 20?400 Hektar umfassenden Stadtfläche unter Schutz. Der größte Stadtwald Hannovers, die 640 Hektar große Eilenriede, steht allerdings noch nicht unter Naturschutz, auch wenn sie Landschaftplaner Schmersow durchaus „schutzwürdig“ findet.

Stadt weist neue Schutzgebiete aus

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