Die Prüßentrift

Dort, wo heute die Straße in das Dorf Isernhagen mündet, lag, am nördlichsten Punkt der „Schweinetrift“, seit dem 18. Jahrhundert die Hofstelle von Heinike Prüße.

Die heutige „Prüßentrift“, die Hauptstraße, die durch Isernhagen-Süd führt, ist in der Folgezeit nach diesem Bauern benannt worden. Dieser Sandweg war vor allem in den Wintermonaten mit Fuhrwerken schwer befahrbar. Erst 1875 wurde dieser Weg befestigt und erleichterte so die Fahrten nach Hannover. Das dafür erforderliche Geld wurde durch Wegezoll eingetrieben, der in einer Zollstation im Gasthaus Dehne entrichtet werden musste.

IsernhagenNB1
IsernhagenNB2

Blick vom Spielplatz Am Flachsgraben auf den
Südausgang von Isernhagen NB

 Anhöhe südlich Autohaus Köhler
  Isermhagen - NB

Stadtgrenze
Prüssentrift

Blick in die Prüßentrift links Ebelings Hof nördlich Fasanenkrug, rechts heutige Tankstelle

Schon früh muss es eine Trift von Isernhagen NB zur Wietze und Übergangsmöglichkeiten über den Bach auf Höhe des heutigen Welfenhofs gegeben haben.

Auf diesem Weg führten die Bauern ihr Vieh auf die Weide. Zu manchen Zeiten reichte das Huderecht für Isernhagen sogar bis an den Stadtrand von Hannover, wohingegen  Huderecht für Bothfeld immer im Norden an der Wietze endete.

Die Eichenwälder an der Wietze im Bereich des heutigen Isernhagen-Süd lieferten besonders gute Nahrung (Eicheln) für die Schweine des Dorfes. Folglich wurden auf der heutigen „Prüßentrift“ die Schweine des Dorfes hierher gerne zur Weide getrieben. Daher wurde dieser Weg „Schweinetrift“ genannt.

Später, nach der Rodung ergaben sich in diesem Bereich gute Äcker und Wiesen für die Höfe.
Schweinetrift – Prüßentrift

Dort, wo heute die Straße in das Dorf Isernhagen mündet, lag am nördlichsten Punkt der „Schweinetrift“ seit dem 18. Jahrhundert die Hofstelle von Heinike Prüße.

Die heutige „Prüßentrift“, die Hauptstrasse, die durch Isernhagen Süd führt, ist in der Folgezeit nach diesem Bauern benannt worden. Dieser Sandweg war vor allem in den Wintermonaten mit Fuhrwerken schwer befahrbar.

Das Amt Burgwedel hatte den Wegen durch jährliche Inspizierungen schon immer besondere Aufmerksamkeit gewidmet. So wird im Bericht vom 28. Juni 1826 die Prüßentrift, insbesondere die Deiche an der Wietze, als in einem guten Zustand beschrieben, während in späteren Berichten auch auf schadhafte Stellen hingewiesen wird und Vorschläge zum Abstellen der Mängel gemacht werden.
Als Beispiel wird der Bericht aus dem Jahr 1848 angeführt:
„Regentrum Amt Burgwedel den 26 Juni 1848
Amtmann von Koenemann…
Isernhagen
Weg von Isernhagen nach Hannover

In der Prüßentrift gegenüber den ersten beiden Brücken ist der Weg mit Grand zu überfahren.
Auf der dritten Brücke sind zwei schadhafte Stellen auszubessern. Der Weg auf dem Wietzendamm vor der Wietzebrücke ist herzustellen.  …“

Wann die Prüßentrift befestigt wurde, ist nicht eindeutig festzustellen. Ein Hinweis ergibt sich aus §7 des Rezesses über die Spezialteilung und Verkoppelung von Isernhagen vom 28.09. / 13.10. 1858. Dort ist unter Nr. 89 die Prüssentrift als gemeinschaftlicher Hauptweg für ganz Isernhagen genannt. Dieser Weg soll „aus Material gebessert werden, das aus dem im § 12 zu 1 genannten Raum Flur 25 Flurstück 83 von Isernhagen N.B. gewonnen wird“.

Von überregionaler Bedeutung war dieser Weg jedoch nie. Der Postweg nach Celle führte von Hannover über Bothfeld, über den den Basselthof und Burgwedel , die Strecke für den Warentransport von Winsen an der Luhe über Fuhrbeg – Burgwedel – Langenhagen nach Hannover.

Allerdings nutzten Schmuggler sehr gerne die Wietzeübergänge an der Prüßentrift, besonders seit Kaffee und Tee zu einem begehrten Genussmittel geworden waren und erhebliche Zölle darauf entrichtet werden mussten. Auf diesem Wege waren die Zollstationen in Bothfeld leichter zu umgehen.
Um die Jahrhundertwende wurden an der Prüßentrift Apfelbäume gepflanzt, die sich im Laufe der Jahre zu einer Allee beiderseits des Fahrweges und der späteren Straßenbahnlinie prächtig entwickelten.

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