Mit Tempo 100 in den Ort

In Isernhagen-Süd sorgen sich Bürger um die Verkehrssicherheit im Norden der Prüßentrift

gefunden in: Stadt-Anzeiger der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, 25.2.2010 von Gerda Valentin

Mit einem neuen Verkehrsproblem sieht sich der Bürgerverein Isernhagen-Süd ganz im Norden seines Stadtteils konfrontiert: an der Einmündung der Straße Kahlendamm in die Prüßentrift bekam die bisherige Ampel eine andere Funktion. Zusätzlich wurde in diesem Bereich ein Überholverbot aufgehoben. Doch der Bürgerverein beklagt, dass viele Autofahrer bei der Einfahrt nach Isernhagen-Süd zu schnell sind - was inzwischen auch eine Geschwindigkeitsmessung der Stadt bestätigt hat.

Schon Anfang Dezember 2009 wurde dieser Abschnitt eine Woche lang überprüft. Wie die Verwaltung mitteilt, waren während dieser Zeit in beiden Richtungen gut 52000 Fahrzeuge unterwegs.Verzeichnet wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 57 Kilometern pro Stunde. Manche Autofahrer hingegen hatten es überaus eilig: 15 Prozent fuhren schneller als 65 km/h, und in einzelnen Fällen wurden sogar Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h gemessen.

Noch bis 2008 war an der Prüßentrift in Höhe Kahlendamm eine sogenannte ‘intelligente’ Ampel in Betrieb. Nur für Autofahrer, die nicht schneller als erlaubt waren, sprang sie von Rot auf Grün. Weil solche Ampeln nicht mehr zulässig sind, wurde sie inzwischen in eine einfache Fußgängerampel umgewandelt. Verschwunden sind auch die beiden Schilder, die vor und hinter der Ampel das Überholen verboten. Im vergangenen Jahr habe die niedersächsische Behörde für Straßenbau und Verkehr die Prüßentrift überprüft, berichtet Stadtsprecher Dennis Dix. Deren Mitarbeiter hätten festgestellt, dass das Überholverbot schon vor fast 20 Jahren wegen einer Baustelle eingerichtet worden war, längst aber keine Grundlage mehr habe. Die Schilder habe die Landesbehörde daraufhin demontieren lassen.

Der Bürgerverein Isernhagen-Süd indes betrachtet die neue Situation mit Sorge. “Das Überholverbot war an dieser Stelle eigentlich unverzichtbar”, betont der Vorsitzende Werner Mollnau. Eine weitere Gefahr ergebe sich durch die Umstellung der Ampel. “Als Folge davon preschen manche Autofahrer geradezu nach Isernhagen-Süd hinein”, kritisiert Mollnau, der sich dazu an die Stadt wandte.

Mit einem mobilen Gerät soll im Frühjahr die Geschwindigkeit erneut gemessen werden. Danach will die Verwaltung prüfen, ob dieses Verfahren ausreichend ist oder ob der Verkehr in Höhe Kahlendamm längerfristig mit einem fest installierten Blitzgerät überwacht werden soll. Wie vom Polizeikommissariat Lahe berichtet, wird nicht nur in Isernhagen-Süd, sondern auch an anderen Ortseinfahrten häufig zu schnell gefahren. “Als Polizei begrüssen wir es sehr, wenn auch an der Prüßentrift etwas dagegen getan wird”, sagt der Kontaktbeamte Uwe Brandes.

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