Die Renaturierung der Wietze

Wietze_kDer Wietzeabschnitt zwischen Pr├╝├čentrift und Gro├če Heide im Sommer 2013 "renaturiert", im Herbst 2016 folgte die Umgestaltung im Bereich des Regenr├╝ckhalte- beckens Gro├če Heide bis zur Br├╝cke Fuhrbleek. Mittelfristig wird ein 820 Meter langer Abschnitt der Wietze im Bereich des Truppen├╝bungsplatzes beplant. Auf den st├Ądtischen Fl├Ąchen soll dort eine Auenlandschaft entstehen.

In dem 230 Meter langen Abschnitt im Bereich Regenr├╝ckhaltebecken wurde die Gew├Ąsserstruktur der Wietze verbessert und ein f├╝r Auen typischer R├╝ckhalteraum f├╝r Hochwasser geschaffen. Die Wietze hat auf 160 Meter einen neuen, m├Ą├čig geschwungenen Gew├Ąsserverlauf erhalten. Teile des alten Bachverlaufs blieben als Altarm erhalten. Die n├Ârdlichen B├Âschungen laufen nach der Umgestaltung flach aus, und bilden einen ├ťbergang zur angrenzenden Brache. Die Gew├Ąssersohle wurde durch den Einbau von Kies und Totholz strukturell aufgewertet.

Auf Nachfrage einer Wietze-Anliegerin, die sich 2011 besorgt ├╝ber  eine m├Âgliche ├ťberschwemmungsgefahr ge├Ąu├čert, wurden wir am 24. April 2011 wie folgt von Frau Petra Kraus/Stadtentw├Ąsserung informiert:

Die Stadtentw├Ąsserung Hannover erstellt zur Zeit einen Antrag auf Plangenehmigung f├╝r die naturnahe Umgestaltung der Wietze im Abschnitt Pr├╝├čentrift – Gro├če Heide. Auch in diesem bebauten Gew├Ąsserabschnitt gibt es Defizite, die gem├Ą├č der rechtlichen Vorgaben zu verbessern sind. Die Region Hannover unterst├╝tzt die Gew├Ąsserstruktur-verbessernden Ma├čnahmen mit F├Ârdergeldern.

Ein Gew├Ąsser hat eine Durchg├Ąngigkeit und sollte daher inner- und au├čerorts eine ÔÇ×gesunde“ Struktur erhalten. Die geplanten Verbesserungsma├čnahmen sind kleinr├Ąumig und wirken sich nicht negativ auf den Hochwasserabfluss aus.

Anbei senden wir Ihnen Ausz├╝ge aus dem Plangenehmigungsantrag. Der Antrag ist noch in der Bearbeitung und wird nach Fertigstellung zun├Ąchst mit dem Unterhaltungsverband und st├Ądtischen Fachbereichen abgestimmt. Die kleineren Aufweitungen liegen auf st├Ądtischen Fl├Ąchen. Private Grundst├╝cke sind nicht betroffen. Es ist jedoch geplant, die Anlieger und den B├╝rgerverein vor Baubeginn zu informieren.

Einige weitergehende Informationen aus der Vergangenheit:

Auf Anfrage teilte uns die Stadtentw├Ąsserung Hannover am 13.02.2008 mit, dass die Wietzerenaturierung weiterhin verfolgt wird.  Zur Zeit bef├Ąnde sich die Stadt in der Phase des Grundst├╝ckerwerbs.

Zeitgleich erfolgt eine Abstimmung des Fl├Ąchenkonzeptes mit den ├ämtern der Stadt Hannover. Es wird angestrebt, die Renaturierung in m├Âglichst langen, zusammenh├Ąngenden Abschnitten zu realisieren, d.h. die Durchf├╝hrung einer Vielzahl von Baustellen zu vermeiden. So bliebe die Einhaltung eines ganzheitlichen Konzepts gew├Ąhrleistet. Erh├Âhte Kosten auf Grund einer Vielzahl wasserrechtlicher Genehmigungsverfahren und erforderlicher baulicher Anpassungen bereits renaturierter Abschnitte an anschlie├čende nicht renaturierte Abschnitte (Sohlniveauspr├╝nge) werden vermieden.

Wann die Wietzerenaturierung auf gr├Â├čeren Abschnitten erfolgen kann, ist abh├Ąngig vom Verlauf des Grundst├╝ckerwerbs. Die Stadtentw├Ąsserung Hannover hoffte, dass 2009 eine entsprechende Renaturierungsma├čnahme durchgef├╝hrt werden kann.

Auf erneute Anfrage im Sommer 2010, also 12 Jahre nach dem Start der Planungen, ist von irgend einer Umsetzungsma├čnahme noch nichts zu sehen. Auf immer mal wieder in den vergangenen Jahren an die Stadtentw├Ąsserung gerichteten R├╝ckfragen wurde uns die Antwort zuteil, dass entweder "andere, mit h├Âherer Priorit├Ąt versehene Projekte" das Wietzeprojekt aufgeschoben h├Ątten oder aber - in j├╝ngerer Vergangenheit - dass die "Planungen noch nicht abgeschlossen" bzw. "erforderliche Grundst├╝cksank├Ąufe noch nicht get├Ątigt" seien.

Eine im August 2009 an Herrn Vo├čler gerichtete Bitte, zu unserer Herbstversammlung im November 2009 einen Zwischenbericht ├╝ber den Sachstand des Projektes vorzutragen, wurde von diesem mit folgendem Hinweis abgelehnt:
“Durch neue gesetzliche Anforderungen z. B. zum Hochwasserschutz oder Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie ergeben sich auch f├╝r die naturnahe Umgestaltung der Wietze im Stadtgebiet Hannover neue zu beachtende Aspekte.”

Gespannt erwarten wir die neuesten Ergebnisse wie z. B. den Gew├Ąsserentwicklungsplan f├╝r die Wietze.
 
Nach wie vor verfolgt die Stadtentw├Ąsserung Hannover das Projekt "Wietze-Renaturierung" weiter.
In diesem Jahre ist es uns dann im Vereinsvorstand einfach "zu dumm" geworden, und wir haben beschlossen, Herrn Vo├čler nahezulegen (Brief vom 15.06.2010), das ganze Projekt "still zu beerdigen, da es offensichtlich nicht weiter komme und in Isernhagen-S├╝d wohl auch kaum jemand noch darauf warte. Das aber wollte Herr Vo├čler wohl auch nicht so stehen lassen und gab mit einem Schreiben vom 28.06.2010 u. a. die folgende Erkl├Ąrung ab:
“Als kurzen Sachstandsbericht k├Ânnen wir Ihnen folgendes mitteilen:
 
In der zweiten Jahresh├Ąlfte stehen die Ergebnisse des Gew├Ąsserentwicklungsplanes bevor, die wiederum in unsere Planungen einflie├čen.
 
Bzgl. des Rahmenkonzeptes "Interkommunale Landschaftsraumentwicklung Hannover - Fuhrbleek- Isernhagen-Wiesenbachtal", federf├╝hrend vom Fachbereich Umwelt & Stadtgr├╝n betreut, hat es eine Abstimmung zur Fl├Ąchenverteilung gegeben. Auf dieser Grundlage und in Abstimmung mit dem vorliegenden Entwurf des Gew├Ąsserentwicklungsplanes haben wir nun einen sehr umfangreichen Grunderwerbsauftrag f├╝r den Bereich Fuhrbleek erteilt. Der Fachbereich Wirtschaft hat f├╝r uns die Verhandlungen aufgenommen.
 
Sehr geehrter Herr Mollnau, wir gehen auch weiterhin davon aus, dass der Wietzeausbau eine notwendige und sinnvolle Ma├čnahme ist und neben den angestrebten hydraulischen Verbesserungen den Stadtteil noch attraktiver machen wird.”

Die Planungen f├╝r die naturnahe Gestaltung der Wietze laufen aufgrund eines 1994 beschlossenen, landesweitem Programm zur Gew├Ąsserrenaturierung. Im Bereich der Stadt Hannover sind 16 Vorhaben in das Programm einbezogen, darunter die Wietze zwischen Laher Graben im Osten und der Strassenbr├╝cke ├╝ber den Reuterdamm im Nordwesten. Die urspr├╝ngliche Zeitvorgabe sah eine Durchf├╝hrung bis Ende 2001 vor.

Die Wietze nimmt das gesamte Regenwasser aus dem n├Ârdlichen und ├Âstlichen Stadtgebiet Hannovers auf. Auf weiten Strecken ist der Flusslauf  sehr eint├Ânig: In den sechziger Jahren wurde die Wietze begradigt und in ein k├╝nstliches Bett gezwungen. Der Fluss erhielt eine Uferbefestigung aus Reisgeflecht und Steinsch├╝ttungen. Nach der Flurbereinigung reichten die ├äcker sehr nah an den Fluss heran; vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten wurde so das Leben schwer gemacht.

Wietze602Nun will die Stadt Abhilfe schaffen, damit sich die Natur erholen und ein artenreiches Biotop entstehen kann. Dabei soll aber keine Wildnis entstehen, von der  der Mensch ausgeschlossen ist, deshalb spielen die Bed├╝rfnisse und Bedenken der Anwohner bei der Planung eine wichtige Rolle. So gibt es Bef├╝rchtungen, dass der Wasserspiegel steigt und Keller ├╝berschwemmt werden, wenn die Ufer der Wietze wieder eine naturnahe Form erhalten. Dies wird nach Meinung der Stadt jedoch nicht eintreten, da das Flussbett nicht erh├Âht wird.

Geplant ist, die k├╝nstlichen Uferbefestigungen zu entfernen. Der Fluss soll sich in einem bestimmten Streifen seinen Lauf wieder allein suchen d├╝rfen. Damit die Wietze keine Wege unterh├Âhlt oder ├äcker fortsp├╝lt, erh├Ąlt sie nat├╝rliche Grenzen wie etwa Erlenpflanzungen. Die B├Ąume wurzeln besonders fest und verhindern, dass das Ufer abgetragen wird. Steile B├Âschungen sollen aufgerissen und abgeflacht, mit Pflanzen befestigt werden. Um die Verlandung zu verst├Ąrken und die Flie├čgeschwindigkeit zu reduzieren  ist an bestimmten Stellen eine Kies- oder Sandsch├╝ttung im Flussbett geplant. Auf einer jeweiligen L├Ąnge von f├╝nf bis zehn Metern wird das Bodensubstrat f├╝r Pflanzinseln hergerichtet, auf den Steinen k├Ânnen Tiere laichen.

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